Architektur & Moral

mein täglicher SPAM

Schon lustig, was sich so als SPAM täglich in meinen virtuellen Abfalleimer tummelt.
Meine Freunde und Bekannte haben durchweg komische Namen (oder auch kosmisch) und sind sehr virulent unterwegs...

  • Von..........................Betreff
    • Kosmas Schwarzhoff....Adori AG heftiger Rebound erwartet [in dem Fall: weniger dribbeln, schneller passen und mehr 3-Punkte-Würfe]
    • Chandler Smith..........Lotto Tickets from 50 countries around the world
    • Brayden Carter..........Lotto Tickets from 50 countries around the world
    • Axel Reed................Corel Draw
    • Niedermeier.............Besser an die Wand
    • Anwalt....................Ihre Bank Überweisung
    • business UPDATE........Wall Street Alert
    • Angelo Garcia............Separate yourself from other men
    • Domingo Kauka..........Eilige Meldung an Aurora Henkelmann
    • Elric Cruz.................Buy Ciali1s on the cheap! $2.19 per d0se!
    • Windel....................Gartenfackel
    • Gerwin Daumiller.......Diese Kursrakete muss gekauft werden denkt Aurora
    • ERYN Mazzei............She gave the tips of his fingers a quick squeeze that seemed to invite not desire but affection.
    • [achso]
    • Axel Coleman............Avoid enhancement pills
    • Kreis......................Die Energie der Sonne
    • Homer Cole..............impotence medication$ for the best price$! [wow, das scheint preiswert!]
    • Raili Marx...............RE: Er will in Dein Netzwerk
    • thusmuch war:.........We accepted your Refinance request request
    • Tara Emmer............SER Systems AG: Aktientipp
    • Gloria Kraier............Noch nicht gekauft?
    • Maude Uher.............Doch!
    • Aurelian Kohle...........Absoluter Aktientipp
    • Timothy Walker ........She will love you more than any other guy
    • Maira Scheer............RE: Es ist soweit
    • Ora Oliv..................Depotrakete
    • Leonardo ingraffia......They're nice and all--I'm not saying that--but they're also touchy as hell.
    • Zacharie Woermann.....Nie?
    • N Finger...................Luminat
    • Stanislaus Hackenberg..Die Kursrakete von heute
    • Tami Sowa................Die Kursrakete von heute
    • Serturner..................Die Kaelte hat Einzug gehalten. Wir haben die
    • Dakota Clark..............Photoshop, Windows, Office
    • Kafka.......................Nicht zu Uebersehen
    Markieren: alle - gelesen - ungelesen - keine


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Counterschummler

Immer wieder spaßig auf die Besucherrekorde bei manchen Blogs zu sehen. Erstaunliches wird da geboten. Da sind dann so Zahlen zwischen 42 und 100.000 innerhalb von ca. 400-600 Tagen zu lesen, seitdem die Seite erstmalig online ging.

Soviel traffic muss man in schnöden Mammon umsetzen können...


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Ent-spannt

Ich greife mir Handtuch und Shampoo, verschließe den Schrank und latsche in den Saunabereich des Neuköllner Stadtbades, vorbei an Bier trinkenden und Schnitzel essenden Überzeugungsdinosaunierern. Rasquale wartet bereits.

Zuerst gehen wir in die 90°C-Sauna, quasi zum Aufwärmen. Nach dem...[weiter]

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Berlin: Von mir aus kann die Kochstraße weiterhin so heissen..

..noch sinnvoller wäre es jedoch, die Axel-Springer-Straße in Rudi-Dutschke-Straße umzubenennen! dutschke-strassensch




Nachtrag:
Wir haben's sogar bis in die Tageszeitung mit unserem Kommentar geschafft.
http://www.taz.de/pt/2007/01/30/a0245.1/text.ges,1 Ganz doll, oder?


Alles zum Bürgerentscheid unter www.dutschkestrasse.de

dutschkepostkarte1
Bilder: taz.de
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Eine Frage des Gewissens

Wird grad noch mal so richtig kalt dieses Wochenende, was? Aber hinter dieser sich noch einmal archaisch aufbäumenden Kältefront, direkt dahinter, kann ich ihn schon staksen sehen, meinen alten Kumpel, den Frühling. Mit großen Schritten und noch größerem "Hallo!" kommt er auf uns alle zu, um uns die Pflanzen wieder grün zu machen und uns Menschen total wuschig. Heilig Ostern und die unvermeidliche Brunftzeit stehen vor der Tür.

Die Sonne scheint nämlich schon so schön und ich hab ordentlich viel Kram zu tun -nur leider nicht viel, was mir ausreichend Geld bringt.
Mein Gewissen plagt mich zwar, doch um diesen Sonntagnachmittag bloß nicht vor dem Computer zu verbringen, schwing ich mich zwecks heuchlerischer Bewegungstheraphie aufs Fahrrad und fahre sage und schreibe 700 Meter zu einem Café namens Hannibal. Das liegt direkt am Görlitzer U-Bahnhof an der U1. Aber was beschreib ich's? Ich will's ja überhaupt nicht weiter empfehlen.

Da ich eh grad knapp bei Kasse bin, stichelt mein schlechtes Gewissen auch gleich, 'Ey, Kaffee trinken kannste auch zu Hause - und ganz nebenbei- auch Kram erledigen.' 'Pah!' denk ich, 'DU kriegst mich nich!', binde mein Fahrrad draussen an und öffne die breite Holztür. Von aussen hatte ich schon durchs Fenster einen Sitzplatz, einen fetten Ohrensessel entdeckt.
Kaum drinnen, sehen mich zwei Bedienungen hinter der Theke an und grüssen durchs Absenken der Augenlider. Ich schlurf in Richtung Sessel. Mir kommt eine männliche Bedienung nickend entgegen. Ein anderer Kellner steht weiter hinten und grüsst mich ebenfalls freundlich nickend. Ich frage die zwei Typen, die an dem Tisch sitzen zu dem auch der Sessel gehört, ob der Platz frei sei. Dämliches Glotzen und Nicken von beiden als Antwort, als ich schon längst gemütlich sitze. Ist das Café Dauernicker hier oder was? Dann bin ich der Picknicker.

Ich fisch mir ein Uncle Sally's von 'nem Stapel und fang an zu lesen. Keine Karte auf dem Tisch. Nur ein Schild:
Oster-Angebot: Kaffee o. Milchkaffee und 1 Stück Kuchen für 4,50 €.
Ich überleg, ob das preiswert ist, und steh' noch mal auf, geh um die große Bar herum, um einen Blick in die Kuchentheke zu werfen. Find sie aber nicht. Kann ja den Kellner fragen, wenn der kommt, was für Sorten die haben. Erst als ich wieder sitze, fällt mir auf, ich sitz direkt daneben. Ist das etwa Gelatine auf der Torte? Nix für mich, dann vielleicht den Möhre-Nuss-Kuchen. Ich überlege. Hab ja noch Zeit, der Kellner war noch nicht da. Mein Gewissen meldet sich: 'Jetzt bisse zwar drin im Café, aber guck ma in dein Portemonnaie. Meinste du solltest..?' ~'Schnauze, Gewissen!' sag ich zu ihm. 'So ein Angebot kann man doch nicht ausschlagen!'....'Okay, aber vielleicht nur Kaffee?' 'Halt jetzt die Klappe, Gewissen!' 'Is' ja gut,..mein ja nur. Du wollz ja abnehmen.'

Kein Kellner kommt zu mir. Ich fang wieder an zu lesen und kuschel mich in den Sessel. Interessanter Artikel über einen schweissigen neuen deutschen Film in einer Sauna. Spielt in der Rykestr. im Prenzelberg. Kenn ich, da war ich auch schon. Über Arbeitslose und andere Sozialdramen. Währenddessen wird hier mein Drama auch immer größer. Könnten ja auch mal 'nen Film übers Nichtbedientwerden drehen.
Die zwei Typen an meinem Tisch labbern dummes Zeug, gucken manchmal doof rüber und nicken unablässig zu der blöden House-Mucke.

Jetzt zähl ich mit. Die zwei Kellner laufen dauernd hin und her. Ständig an mir vorbei. Sie bedienen andere Gäste. Vor allem welche, die nach mir gekommen sind. Ich werde nicht bedient. Dabei ist das hier gar keine Szene-Café wie die Morena-Bar, wo man manchmal gar nicht bedient wird oder stundenlang darauf wartet, überhaupt einen beschissenen Kaffee zu bestellen, auf den man dann, hat man ihn bestellt wiederum lange wartet, ähnlich dem Bezahlen. In meiner Anfangszeit in Berlin, als ich noch nicht cool war, wurde ich ums Verrecken in dem Laden nicht bedient. Mittlerweile bin ich cool. Total sogar. Ich geh nämlich nicht mehr hin. Die Bedienungen sind zumTeil noch so zugedröhnt und übernächtigt, dass die einfach nix mitkriegen. Diese Zombies wanken vermutlich gegen Mittag direkt vom Wild at Heart über die Straße zu ihren Schichten ins Morena.

Eine grobe Schätzung hat ergeben, dass die Jungs jetzt mindestens 50 mal an mir vorbei sind, ohne mich zu bedienen. Vielleicht liegt's an meinem buschgrünen Tarnparka, der sich farblich hervorragend in den Ohrensessel im Senioren-Design einpasst.
Ich suche auch extra keinen Blickkontakt, auch an deren Schürze zieh ich nicht im Vorbeigehen. - Ich will bedient werden. Aus freien Stücken und ohne wenn und aber. Ich will fragen können: "Ist da Gelatine drauf?" und sagen können: "Uuääh, nein, ich bin Vegetarier, dann nehm ich den Möhre-Nuss-Kuchen!" Verdammte Scheisse, heute ist nämlich Sonntag!

Dann guck ich wieder mal auf die Uhr: schon 50 Minuten da.
Endlich kommt der Kellner, bückt sich zum Tisch und sammelt die leeren Gläser und Flaschen von den Dauernickern ein, die sich mittlerweile verdrückt haben.
Da steht er vor mir. Der Kellner. Der Arsch. Der Kellner-Arsch. Der Nichtbediener-Kellner-Arsch. Jetzt guckt er auch noch. Jetzt guckt er mich an.
Und wo er schon mal guckt, da sag ich freundlich zu ihm: "Ich will zahlen!"
Er überlegt kurz und fragt: "Was hattest Du denn!"
"Nix!" sag ich, "ich bin ja nicht bedient worden!"
Er stutzt und ich frag noch: "Ist da Gelatine drauf auf dem Kuchen?"
"Wie?..Äh ja...!" antwortet er vrewirrt.
"Uuääh, ich bin Vegetarier! Ich hätte mich soo sehr übers Osterangebot gefreut. Möhre-Nuss-Kuchen und Kaffee hätte ich genommen. Jetzt geh ich aber gleich. Tschüß!"

Wieder auf dem Rad, stubst mein Gewissen mich an und sagt: 'Ey,...ich hab gewonnen! Wir haben kein Geld ausgegeben!'
'Denkst Du!' sag ich zu ihm -und fahr direkt zu meinem Lieblings-Falafelladen am Spreewaldplatz. (Da gibt's sogar den Tee umsonst).


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© 2006 Lorenzodigiovanni.twoday.net (umgeparkt)

Wat Jelbes

Köln, Domstraße
Hier wohnt Holla, der Holger, wie er gern genannt wird. Der Name hat sich wohl mal des nachts ergeben, als Holla und seine Kumpels das gemacht haben, was wir die vergangene Nacht auch getan haben: zuviel gesoffen.

Früher wohnte er in Karlsruhe, das war vor dem Job beim Dualen System, heute ist es eben Köln. Und irgendwie ist der Holla selber so eine Art Duales System.
Jeder, der schon mal in Köln war, weiss auch, wie piefig die Leute da sind. Von wegen, wir sen ja sowat von weltoffen un sin imma lustisch drüff.

Gegen 13 Uhr stehen wir auf, die Sonne strahlt und reflektiert sich im Bürohaus gegenüber, dessen Front gänzlich verspiegelt ist.

Ich schüttel meinen bunten Schlafsack aus und häng den mal zum Lüften ins Fenster -Emission impossible!- Eau de Cologne ist nix dagegen.
Wasser im Bad angemacht und kurz die Augen mit den Fingerkuppen geduscht. Zähne geputzt. So, fertig. Kann losgehen.

Holla? Tommi? Alles klar, Holla und Thomas sind bereit. Dann gehen wir mal was frühstücken.

Kaum unten auf der Strasse angekommen, geht ein Fenster Parterre auf.
"Herr Bersch?" (der Holla ist gemeint, eigentlich Berg, aber mir san ja in Kölle)
"Jau!"
"Herr Bersch...Herr Bersch!" (stöhnt sie).
"Frau Koslowski, was gibt's denn?" Frau Koslowski wohnt im selben Haus wie Holla.
"Herr Bersch,...Herr Bersch...et is so schrecklisch...!" (fasst sich an den Kopf).
"Frau Koslowski, was ist denn los? Ist irgendwas passiert?"
"Herr Berch,...Herr Bersch...Se werden et nisch glaum,...et ist so schrecklisch...!"
"Frau Koslowski,....das hört sich ja sehr ernst an, was ist denn bloß los?"
"Ach,...Herr Bersch,...Herr Bersch...sooo schrecklich...!" (dabei verdreht sie die Augen, als ob sie kopfüber aus ner Gondel am Riesenrad hängt).
"Is was mit Ihrem Mann?
"Warten Se,...Herr Bersch, isch muss dringens mit Ihne reden, isch komm mal russ!"
Das dauert mehrere Minuten. Wir, stark unterzuckert, dehydriert und wenig elektrolythisiert, können uns derweil mit unseren dicken Köpfen in der prallen Mittagssonne kaum auf den Beinen halten. Wir müssen was essen und schnellstens was trinken...
Dann kommt Frau Koslowski auf rosa Plüschpantoletten rausgeschlurft und nähert sich uns konspirativ. Wir beugen uns alle zu ihr hinunter, sie ist kaum größer als ein Parkpöller. Sie riecht wie ein altes Sofa und irre nach Köllnisch Wasser, und ich denk, mit dem Lokalpatriotismus kann man's auch irgendwie übertreiben. Sie stützt ihre Ärmchen, mit Haut wie frisch gerupftes Huhn, in die Seite, und rasselt dabei wichtig mit dem dicken Hausmeisterschlüsselbund.

Thomas verdreht die Augen, dabei bin ich mir nicht sicher, ob er gleich umfällt, oder ob er nur genervt ist.
"Herr Bersch,...Herr Bersch...et ist so schrecklisch...!"
"Herr Bersch...wie lange wohnen Se denn schon bei uns im Haus?" (holt ein riesiges Taschentuch raus und wischt sich theatralisch über die Stirn).
"Seit letztem Jahr, Frau Koslowski, das wissen Sie doch...." Der Holla ist leicht verwirrt und knickt vor Hunger fast zusammen, nur seine gute Erziehung hält ihn noch aufrecht.
"Herr Bersch,...Herr Bersch...is Ihnen da nie wat aufjefalln?"
"Äh...ne,...hätte es denn?"
"Ja sischa, ja sischa...!"
"Sagen Sie doch mal, was ist denn passiert, Frau Koslowski!"
"Herr Bersch,...sowat Schlimmes hab isch mein Lebtach no nischt gesehn...isch kuck so ausm Fenster, ne, mach isch ab un zö,..und dann kuck isch hoch.....und...dat glauben Se nisch, Herr Bersch...wat isch da sehe...da seh isch wie sisch im gegenüberliegenden Haus was schpiegeln tut...was Gelbes! Un dann denk isch bei mir: Wat is dat denn? Wat kann dat denn sin? Und wo kimmt dat her? Und dann jeh isch auf de Strass, und dann denk isch, do meine Jüte, lieber Jott, und dat direkt neben unserem D o m,...dat ist ja bei dem Herrn Bersch...", mit diesen Worten dreht sie sich um, und zeigt mit ihrem knochigen Zeigefinger Richtung Fenster. Ein Hauch von Achselschweiss und Eau de Cologne weht mir in die Nase. "...da hängt...wat Jelbes, ausm Fenster...!"

"Wat Jelbes? äff ich sie nach...Wat Jelbes denn?, bevor mir, gen Himmel blickend, erst schwindelig und dann schwarz vor Augen wird.
"DAS geht auch nicht! Das geb ich Ihnen recht, Frau Koslowski!" überlegt der Holla nicht lange, und zu uns gewandt: "Ich muss noch mal eben hoch, bevor nämlich die UNESCO Köln noch den Dom wieder als Weltkulturerbe aberkennt, hol ich deinen Schlafsack mit dem gelben Innenfutter lieber wieder rein..!" Dann taumelt er nach oben.
Frau Koslowski klimpert nochmal streng mit dem Schlüsselbund und geht Kopf schüttelnd ins Haus. "Nä, nä, nä, nä, nä...!"




gelbes Innenfutter
Bild: troph-e-shop.com

domstr
Kölle, Domstraße


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Text © 2006/2008 lorenzodigiovanni.twoday.net

Warum können die Deutschen (Typen) sich nicht entschuldigen?


Warum können die Deutschen (Typen) sich nicht entschuldigen?
(Noah Sow Blog)

Ich kann nicht grad behaupten, dass sich Frauen 'mehr' entschuldigen würden.
Das kann A) daran liegen:

es gibt nix/weniger, wofür sie sich entschuldigen müssten, B) sie gehen davon aus, als Frau sei 'das' entschuldbar, C) sie bemerken es nicht und/oder D) es ist ihnen Wurst.

Bei Deutschen -egal ob Frauen oder Männer- tendiere ich zu D), da Deutschland ein Wurstland ist. Wir ham Würste als Politiker in allen Formen, und jedes Würstchen darf bei uns Musik machen und ins Fernsehen und seinen Senf irgendwo drauf quetschen.

Ich kann im Übrigen nicht feststellen, dass dies nur bei den "Deutschen" so ist, sondern bei der gesamten Bevölkerung Deutschlands.

Muffeligkeit scheint im Grundgesetz verankert. Ich weiss nur nicht mehr im welchen Artikel. Ich glaub: § 1³ Die Muffeligkeit der Menschen ist unantastbar...



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© 2006 lorenzodigiovanni.twoday.net

Eintreten gegen Nazis endete mit Anzeige

Eintreten gegen Nazis endete mit Anzeige
39-Jähriger stoppte Rechte - nun wird gegen ihn ermittelt


aus Berliner Zeitung vom 19.07.2006, Lokales - Seite 16
Artikel von Andreas Kopietz

Er hat gehandelt, wie es Politiker fordern: Er zeigte Zivilcourage. Er wollte Sieg-Heil-Brüller anzeigen. Aber sein Eintreten gegen Nazi-Parolen in der S-Bahn endete mit einer Anzeige - gegen ihn.

Der 39-Jährige aus Friedrichshain steigt am Sonnabend im Bahnhof Friedrichstraße um 18.15 Uhr in die S 75. Acht junge Leute sitzen dort mit einem Bierkasten am Ende des Wagens und rufen zunächst nur Fußball-Parolen. Dann aber, kurz vor Einfahrt in den Bahnhof Hackescher Markt, berichtet der 39-Jährige, grölen sie immer wieder "Adolf Hitler!" und "Sieg Heil!". Der Fahrgast steigt am Hackeschen Markt aus und bittet einen Wachschützer, der im Auftrag der S-Bahn arbeitet, einzuschreiten. Als er ihn fragt, ob er in den Wagen, wo die Rufer sitzen, gehen wolle, bevor der Zug weiterfährt, bekommt er zur Antwort: "Ich gehe nicht in den Zug." Der Zeuge greift zum Handy, wählt den Polizei-Notruf - einen Fuß auf dem Bahnsteig, einen im Wagen. Inzwischen sind es zwei Wachmänner, deren Untätigkeit der Zeuge der Polizei mitteilt. Sie unternehmen nichts.

Als das Signal zum Türenschließen ertönt, legt der 39-Jährige den Schalter des Not-Türöffners um, damit die Tür offen bleibt und der Zug nicht abfahren kann. Nun kommen zwei weitere Wachschützer. Sie holen die "Sieg-Heil"-Gröler auf den Bahnsteig und umstellen sie. Der Zug fährt ab. Ein älterer Herr in Sandalen kommt hinzu und sagt, er sei der Sicherheitschef. Der Fahrgast erzählt ihm, was passiert ist. Die Hitler-Fans werden unruhig und fragen den Zeugen nach seiner Nationalität. "Wenn Sie Deutscher sind, ist ja alles gut." Sie fangen an zu rauchen, obwohl das dort verboten ist. Die Wachmänner schreiten nicht ein - "das ist Deeskalation", erklärt einer. Erst als der "Sicherheitschef" darauf hingewiesen wird, unternehmen sie etwas.

Schließlich kommen zwei Bundespolizisten. Einer begrüßt den 39-Jährigen mit den Worten: "Haben Sie die Notbremse gezogen? Dann zeige ich Sie an wegen Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen." Obwohl der Fahrgast erklärt, warum er den Türöffner betätigte und sagt, es heiße doch immer, man solle bei Straftaten einschreiten und in der S-Bahn nicht wegsehen, lässt sich der Polizist nicht von seinem Vorhaben abbringen. Er sagt: "Was die S-Bahn sagt, interessiert mich nicht." Er lässt sich den Ausweis zeigen und überprüft am Funkgerät, ob gegen den Zeugen etwas vorliegt. Die "Sieg Heil!"-Brüller feixen.

S-Bahn und Sicherheitsfirma bestätigen den Vorfall. Allerdings habe der Sicherheitsdienst ordnungsgemäß gehandelt, heißt es. Der Sprecher der Bundespolizei, Jörg Kunzendorf, sagt, der Fahrgast habe richtig gehandelt. Dass er trotzdem angezeigt wurde, erklärt er so: "Wir sind verpflichtet, alles anzuzeigen, was die Voraussetzungen für eine Straftat erfüllt. Das Bewerten ist Sache der Justiz." Polizeiintern wird davon ausgegangen, dass das Öffnen der Tür folgenlos bleiben wird, weil der Fahrgast Straftäter stoppen wollte. "Möglicherweise hat unser Beamter überzogen reagiert", heißt es sogar. Gegen diesen Polizisten hat der Zeuge Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt. Die Polizei überprüft nun auch, ob sich die privaten Sicherheitsleute korrekt verhielten.

Dennoch: Das Verfahren gegen den 39-Jährigen läuft. Theoretisch könnte er zu bis zu einem Jahr in Haft verurteilt werden. Gegen die "Sieg Heil!"-Rufer wird wegen Verbreitens verfassungswidriger Parolen ermittelt. Aber jedem Einzelnen muss das Rufen einer Parole nachgewiesen werden - und bislang haben sich aus dem vollen S-Bahnzug keine weiteren Zeugen gemeldet.

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"Wir sind verpflichtet, alles anzuzeigen, was die Voraussetzungen für eine Straftat erfüllt."

J. Kunzendorf, Polizeisprecher

aus Berliner Zeitung vom 19.07.2006, Lokales -S.16, Andreas Kopietz


[Kommentar: was soll man dem noch hinzufügen???]

[Anmerkung: Noch Fragen?
Wer zum Vergleich noch was lesen will zu anderen Staatsinstitutionen und deren Mitarbeiter, die richtig Bock drauf haben gegen Rechtsextremismus was zu unternehmen, der klickt mal hier >>>Das Vierte Deutsche Reich... und hier >>>Habt Ihr den Wecker nicht gehört?...]



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© 2006 lorenzodigiovanni

Is' jebongt!

1
Ich geh mit einer Freundin in einen Minimalmarkt zum Einkaufen.
Was brauch ich denn? Eine Milch, Butter und 'ne Packung Klopapier.
An der Kasse stehen vor mir drei Kunden hinter mir bildet sich eine Schlange.

2
"Bing, Bing,....Bing" macht die Scannerkasse, als die Kassiererin die Waren drüber zieht.
"3,84 machtet!"
Ich geb ihr Fünf und guck auf den Bong.
"Moment mal..", sag ich zu ihr. "der Preis stimmt nicht auf dem Bong. Das Toilettenpapier ist viel preiswerter ausgepreist, als es hier drauf steht!"

3
Genervt guckt mich die Kassiererin an und reisst mir den Bong aus der Hand.
"FRAU PETRI, kannz DU ma kucken, wassas Klopapier kostet?"
"NÄÄÄ, FRAU Schwadronowski, dat geht grad nich!"
Jetzt gucken auch die andern Leute in der Schlange genervt, ist ja nur eine Kasse geöffnet.
Die Kassiererin steht auf und schlurft zum Regal. Dabei bewegt sie sich in einem Tempo, als ob sie 'ne Karre Kohlen schiebt.
"Da haben Se aber mal Recht gehabt, junger Mann!", sagt sie, als sie sich wieder hinter die Kasse quetscht. "FRAU MEYAAAA, EINMAL SCHLÜSSÉL FÜR RÜCKBONK, BITTÄÄ!"

4
Frau Meyer kommt mit dem Schlüssel in aller Seelenruhe angelatscht. "Wieso denn? Wat stimmt'n nicht?"
"Der junge Mann hat den falschen Preis bezahlt, da hat wieda eina den Preis falsch ausgebonkt!" Die Anrede "junger Mann" hab ich schon immer gehasst, schliesslich bin ich schon weit über Dreissig. Ich sag aber lieber nix, nur weil sie mit Anfang 30 schon aussieht wie Ende 40.
Dann guckt Frau Meyer haarscharf an mir vorbei und sagt: "Dann brauch ich mal Ihren Personalausweis, junger Mann!"
"Reden Sie mit mir?" frag ich sie.
"Ja, sicher. Oda sehen Se hier noch jemand anders?"
"Allerdings. Wozu brauchen Sie denn meinen Personalausweis?"
"Ich muss das umschreiben, dass Sie das umgetauscht haben!"
"Ich tausch nix um. Sie haben mir zuviel berechnet!"
"Ich brauch aber dazu Ihr'n Personalausweis, sonst geht das nicht"
"Was soll da nicht gehen? Ist doch nicht meine Schuld."
"Das ist Vorschrift bei uns!"
"Ja, aber nicht bei mir. Warum soll ich denn meine persönllichen Daten angeben, wenn Sie die Waren falsch auspreisen?"
"War ich ja gar nich. Also...???" fragt Frau Meyer.
"Also, was?"
"Krichich jezze Ihr'n Ausweis?"
"Nein, ganz sicher nicht! Schon gar nicht wegen 0,60 Cent!"

5
"Haaaach, krich ich ja nur den Ärger, nenene, bonken Se dat zurück, Frau Schwadronowski, schreiben Se auf den Bonk, Kunde wollte sich nicht ausweisen. Wegen dit jeringen Wertes der Waren verzichten wa auf de Hinzuziehunk von der Polizei!"

Ich bekomme die Differenz wieder ausgezahlt, hab aber keinen Bong mehr. Hoffentlich ist die Butter nicht ranzig geworden.

6
"Musst Du eigentlich immer Ärger machen?" fragt mich die Freundin.


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Verboten & Strafbar

[An der Haustür]
rauchen-verboten-01


[Vor der Haustür]
rauchen-verboten-02


[Die Polizei hat's gesehen] bild © morgenpost.de
polizei1


[Auf dem Bild:Zack! Bestrafung erfolgt sofort. Schuß ins Knie vom Dach aus. Kein Problem für die Bodentruppen. Der Raucher (am Boden liegend), SEK-Beamter und Hausmeister] bild © police-zone.de
festnahme





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Wat Jelbes
Köln, Domstraße Hier wohnt Holla, der Holger,...
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Schlecht für's Image...
Fast alle Hilfsorganisationen brauchen finanzielle...
Lorenzodigiovanni - 27. Feb, 12:51
Sehr geehrter Herr Kraut,
danke für diesen Kommentar und die damit verbundene...
Lorenzodigiovanni - 27. Feb, 12:41
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Günther Kraut (anonym) - 26. Feb, 19:28
Am Meer
Freundin: Wo ist eigentlich Lorenzo? Sie: Der Arsch...
Lorenzodigiovanni - 26. Feb, 00:35
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..was zum Schmunzeln... >>>>Die Agathe...
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so,
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albanoundrominapower - 17. Feb, 20:35
...ich warte auf den...
albanoundrominapower - 17. Feb, 20:33
Bin jetzt schon bei 'nem...
Bin jetzt schon bei 'nem ganzen Trommelwirbel... :-P
caliente_in_berlin - 17. Feb, 09:03
Na wazn...
...jetzt hier los? Wirz ma?!!!! Küsse.
lahoiha - 16. Feb, 23:33
jaja......
jaja......
Lorenzodigiovanni - 13. Feb, 11:20
*trommelt ungeduldig...
*trommelt ungeduldig mit den Fingern*
caliente_in_berlin - 13. Feb, 11:15
Neues Design
Schick, was? Das bedeutet, bald kommen auch neue Texte.
Lorenzodigiovanni - 13. Feb, 11:13

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