Jetzt ist es passiert - der Löwe darf raus.
1
Zeit meines Lebens war ich nie ein großer Fussballfan.
2
Bin ich auch heute noch nicht. Hab mir aber trotzdem bei der WM einige Spiele angesehen .
3
Ein Freund wollte mich andauernd auf die Fanmeile am Brandenburger Tor schleifen, was ich immer abbiegen konnte.
So hab ich dann ein paar Spiele in entspannter Umgebung in Biergärten oder an einem der aufgeschütteten Sandstrände gesehen. Dabei waren die Spiele gar nicht entscheidend sondern die Atmosphäre und die positive Grundstimmung, die herrschte. Die Leute waren so fröhlich und gelassen, wie ich es seit sehr langer Zeit nicht erlebt habe.
4
Das Letzte Spiel der Deutschen hab ich auf der kleinen Fanmeile gesehen.
Die kleine Fanmeile ist die Falckensteinstraße im Wrangelkiez in Kreuzberg. Natürlich etwas kleiner, aber sehr stimmungsvoll, haben dort ansässige Ladenbesitzer und Gastronomen einfach Tische und Stühle auf die Strasse gestellt und mehre Leinwände und Großbildfernseher davor. Die Straße war total blokiert, die ELuet dicht gedrängt, kein Auto kam mehr durch. Trotzdem es offiziell gar nicht angemeldet war, kam keine Polizei. Sehr löblich. Das Ganze war sehr lässig.
5
Der Bildschirm vor dem wir saßen hatte keinen Sound bzw. die Boxen waren nach hinten ausgerichtet. Welcher Produktmanager das wieder verbrochen hatte, sowas sollte in jedem Fall bestraft werden mit 100 Stunden Sabine Christiansen Gucken. Auch wurde bei diesem Fernseher das Signal offenbar durch die neueste Technik digital übertragen, bei den anderen via Satellit. Die Folge davon war, dass wir die Tore bereits zwei Sekunden bevor wir sie überhaupt sehen konnten, durch das Jubeln der Menschen vor den anderen Fernsehern hörten. Tore mir Ansage.
6
Jetzt ist die deutsche Nationalmannschaft raus um den Titelkampf.
Also ist es eigentlich Wurst, wer beim Spiel um Platz drei am Samstag spielt. Könnten ja auch mal die Ersatzspieler ran, allen voran die, die noch gar nicht gespielt haben.
7
Ich zapp durch die Sender und bleibe bei N-TV hängen. Jens Lehmann wird grad interviewt, und unten im Newsticker steht bereits das, was er grade sagt. Da frag ich mich, ob er das dort abliest oder ob die Jungs und Mädels bei N-TV so fix sind.
Jens Lehmann sagt, er befürworte eine Aufstellung seines Rivalen Oliver Kahns im Spiel gegen Portugal, weil dieser sich so sportlich während des ganzen Turniers verhalten habe.
8
Meine Augen füllen sich Salzwasser und ich drück mir fast ein Tränchen raus. Das wird mir jetzt zu emotional. Dann zappe ich schnell einen Sendeplatz auf den MDR zurück, zu dem putzigen, kleinen Löwenbaby, das vom Phyton erwürgt wird.
~
© 2006 lorenzodigiovanni.twoday.net
Zeit meines Lebens war ich nie ein großer Fussballfan.
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Bin ich auch heute noch nicht. Hab mir aber trotzdem bei der WM einige Spiele angesehen .
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Ein Freund wollte mich andauernd auf die Fanmeile am Brandenburger Tor schleifen, was ich immer abbiegen konnte.
So hab ich dann ein paar Spiele in entspannter Umgebung in Biergärten oder an einem der aufgeschütteten Sandstrände gesehen. Dabei waren die Spiele gar nicht entscheidend sondern die Atmosphäre und die positive Grundstimmung, die herrschte. Die Leute waren so fröhlich und gelassen, wie ich es seit sehr langer Zeit nicht erlebt habe.
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Das Letzte Spiel der Deutschen hab ich auf der kleinen Fanmeile gesehen.
Die kleine Fanmeile ist die Falckensteinstraße im Wrangelkiez in Kreuzberg. Natürlich etwas kleiner, aber sehr stimmungsvoll, haben dort ansässige Ladenbesitzer und Gastronomen einfach Tische und Stühle auf die Strasse gestellt und mehre Leinwände und Großbildfernseher davor. Die Straße war total blokiert, die ELuet dicht gedrängt, kein Auto kam mehr durch. Trotzdem es offiziell gar nicht angemeldet war, kam keine Polizei. Sehr löblich. Das Ganze war sehr lässig.
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Der Bildschirm vor dem wir saßen hatte keinen Sound bzw. die Boxen waren nach hinten ausgerichtet. Welcher Produktmanager das wieder verbrochen hatte, sowas sollte in jedem Fall bestraft werden mit 100 Stunden Sabine Christiansen Gucken. Auch wurde bei diesem Fernseher das Signal offenbar durch die neueste Technik digital übertragen, bei den anderen via Satellit. Die Folge davon war, dass wir die Tore bereits zwei Sekunden bevor wir sie überhaupt sehen konnten, durch das Jubeln der Menschen vor den anderen Fernsehern hörten. Tore mir Ansage.
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Jetzt ist die deutsche Nationalmannschaft raus um den Titelkampf.
Also ist es eigentlich Wurst, wer beim Spiel um Platz drei am Samstag spielt. Könnten ja auch mal die Ersatzspieler ran, allen voran die, die noch gar nicht gespielt haben.
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Ich zapp durch die Sender und bleibe bei N-TV hängen. Jens Lehmann wird grad interviewt, und unten im Newsticker steht bereits das, was er grade sagt. Da frag ich mich, ob er das dort abliest oder ob die Jungs und Mädels bei N-TV so fix sind.
Jens Lehmann sagt, er befürworte eine Aufstellung seines Rivalen Oliver Kahns im Spiel gegen Portugal, weil dieser sich so sportlich während des ganzen Turniers verhalten habe.
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Meine Augen füllen sich Salzwasser und ich drück mir fast ein Tränchen raus. Das wird mir jetzt zu emotional. Dann zappe ich schnell einen Sendeplatz auf den MDR zurück, zu dem putzigen, kleinen Löwenbaby, das vom Phyton erwürgt wird.
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Lorenzodigiovanni - 7. Jul, 14:26
